Die Zukunft baut mit

Anton Rieder

RB034: Österreich als Land der Meister

BauTalk mit Anton Rieder und Franz Jirka

14.10.2026 55 min

Zusammenfassung & Show Notes

Das Handwerk ist unverzichtbar – doch Fachkräftemangel, steigende Kosten und strukturelle Veränderungen setzen viele Betriebe zunehmend unter Druck. Anton Rieder spricht mit Franz Jirka, Spartenobmann für Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Tirol und selbst mehrfacher Meister sowie Unternehmer. Gemeinsam beleuchten sie das Spannungsfeld zwischen dem aktuellen Rückgang am Bau und dem langfristig wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften.
 
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die berufliche Ausbildung weiterentwickelt werden kann. Diskutiert werden eine breitere handwerkliche Grundausbildung, mehr Technikverständnis und digitale Kompetenzen sowie eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung der Lehre. Auch der Meistertitel spielt dabei eine zentrale Rolle: Er steht für fachliches Können, persönliche Leistung und die Verantwortung, Wissen an die nächste Generation weiterzugeben.
 
Zum Abschluss richtet sich der Blick auf den österreichischen Mittelstand. Bürokratie, hohe Kosten und Vergabeverfahren, die große Strukturen begünstigen, schränken den Handlungsspielraum vieler Familienunternehmen ein. Franz Jirka und Anton Rieder plädieren für mehr Praxisnähe, faire Wettbewerbsbedingungen und ein neues Selbstbewusstsein für Österreich als Land des Handwerks und der Meister.

1. Handwerk zwischen Mangel und Überkapazität
Kurzfristig kämpft der Hochbau mit rückläufiger Nachfrage und zu großen Kapazitäten. Langfristig verschärfen Pensionierungen, sinkende Geburtenzahlen und weniger Lehrlinge den Fachkräftemangel.

2. Ausbildung braucht neue Wege
Eine breitere praktische Grundausbildung, digitale Kompetenzen und fundierte Berufsorientierung könnten Jugendlichen mehr Möglichkeiten eröffnen. Gleichzeitig braucht die Lehre eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung.

3. Meisterschaft bedeutet Verantwortung
Der Meistertitel steht für fachliches Können, persönliche Leistung und unternehmerische Verantwortung. Meister:innen sichern Qualität, bilden Lehrlinge aus und geben ihr Wissen an die nächste Generation weiter.

4. Der Mittelstand braucht Handlungsspielraum
Familienunternehmen bilden aus, investieren langfristig und tragen regionale Strukturen. Bürokratische Vorgaben und hohe Kosten treffen diese Betriebe jedoch besonders stark.

5. Faire Vergabe, starker Wettbewerb
Öffentliche Aufträge sollten so gestaltet werden, dass auch mittelständische Unternehmen realistische Chancen haben. Gefordert wird keine Bevorzugung, sondern ein fairer Zugang zum Wettbewerb.



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